Im Jahr 2017 waren deutsche Arbeitnehmer durchschnittlich an 17,4 Tagen krankgeschrieben – im Jahr 2006 lag der Wert noch bei 11,5 Tagen. Die kontinuierliche Steigerung des Krankenstandes wirft die Frage auf, ob Arbeitgeber ihre Arbeitnehmer möglicherweise zunehmend krank machen?

Dieser Artikel wurde am 25. September 2018 in auf das Format angepasster Form bei FOCUS veröffentlicht. Klicken Sie hier, um den Artikel dort zu lesen.

 

Die Berufsgruppen und ihre Krankentage

Auffällig ist, dass die so genannten „psychischen Leiden“ im Ranking der Krankheitsursachen seit geraumer Zeit den 2. Platz belegen. Prominent auf dem ersten Platz liegen unverändert die „Muskel- und Skeletterkrankungen. Bemerkenswert ist auch, dass die jüngeren Arbeitnehmer im Einzelfall zwar nicht so lange, aber deutlich häufiger krankgeschrieben werden als ihre älteren Kollegen. Unternehmensberatung Strategie, Marketing, Vertrieb, Personalführung, Führungskräfte, Franken-Consulting, Krankenstand

Die 5 Berufsgruppen mit den meisten Arbeitsunfähigkeitstagen:

  • Servicekräfte im Personenverkehr (29,1 Tage)
  • Industrielle Keramikherstellung und -verarbeitung (28,9 Tage)
  • Überwachung und Wartung Verkehrsinfrastruktur (28,6 Tage)
  • Polizeivollzugs- und Kriminaldienst, Gerichts und Justizvollzug (28,2 Tage)
  • Altenpflege (28,0 Tage)

Die 5 Berufsgruppen mit den wenigsten Arbeitsunfähigkeitstagen:

  • Lehr- und Forschungstätigkeit an Hochschulen (5,0 Tage)
  • Geologie, Geografie und Meteorologie (7,3 Tage)
  • Öffentlichkeitsarbeit (7,7 Tage)
  • Geschäftsführung und Vorstand (7,7 Tage)
  • Human- und Zahnmedizin (8,0 Tage)           Quelle: iwd

Die hieraus resultierende Frage ist nun, ob die erstgenannten 5 Berufe tatsächlich häufiger krank machen als die zweitgenannten? Und wenn das so sein sollte, wäre es interessant zu erfahren, woran dies konkret liegen könnte? Unternehmensberatung Strategie, Marketing, Vertrieb, Personalführung, Führungskräfte, Franken-Consulting, Krankenstand

Der Gedanke an eine Aufteilung zwischen körperlicher und geistiger Arbeit liegt nahe, aber sind beispielsweise „Servicekräfte im Personenverkehr“ denn tatsächlich so stark körperlich gefordert? Es ist zu überdenken, ob es eine Korrelation zwischen Motivation und Arbeitsunfähigkeit geben könnte. Das bedeutet, dass zu überprüfen wäre, ob ein Mensch, der seine Arbeit gern und motiviert erledigt, schlichtweg seltener krank wird als jemand, der sich tagein, tagaus in eine Beschäftigung zwingt, welcher er in Ermangelung von Alternativen nachgeht. Unternehmensberatung Strategie, Marketing, Vertrieb, Personalführung, Führungskräfte, Franken-Consulting, Krankenstand

 

Motivierte Arbeitnehmer sind loyaler

Die Gelehrten sind sich darüber einig, dass unzufriedene Angestellte weniger motiviert sind und sich weniger stark mit ihrem Arbeitgeber und ihrer Arbeit identifizieren, wogegen zufriedene bzw. hochmotivierte Angestellte oftmals überdurchschnittlich viel für ihre Arbeitgeber und den Arbeitsplatz tun. Unternehmensberatung Strategie, Marketing, Vertrieb, Personalführung, Führungskräfte, Franken-Consulting, Krankenstand

Werden diese Tatsachen von Arbeitgebern ignoriert oder reagieren diese nicht in der gebotenen Art und Weise, entstehen große Schäden. Die Lohnfortzahlung ist nicht der einzige Schaden, obwohl allein dieser Aspekt Grund genug für ein Umdenken wäre: im Jahr 2017 haben deutsche Arbeitgeber im Zuge der Lohnfortzahlung ca. 53 Milliarden Euro bezahlt. Nun kann man dies aus der Sicht als Arbeitgeber als gegeben hinnehmen, oder man denkt darüber nach, ob das eigene Verhalten als Arbeitgeber vielleicht ursächlich dafür sein könnte, dass Mitarbeiter krank werden. Weitere materielle Schäden, die durch den Ausfall von Mitarbeitern entstehen können, sind

  • Unzufriedenheit in der Belegschaft, weil gesunde Mitarbeiter die Arbeit ihrer erkrankten Kollegen mitmachen müssen, was zu einer hohen Fluktuation führen kann. So müssen immer neue Mitarbeiter rekrutiert und eingearbeitet werden.
  • Überstunden bei den gesunden Mitarbeitern.
  • Unzufriedene bzw. abwandernde Kunden, da die Qualität im Unternehmen sinkt.

Diese nicht abschließende Aufzählung macht deutlich, dass ein hoher Krankenstand ein Hinweis auf unzufriedene Mitarbeiter sein kann und somit eine wichtige Kennzahl im Früherkennungssystem (Balanced Scorecard) eines Unternehmens darstellen muss. Unternehmensberatung Strategie, Marketing, Vertrieb, Personalführung, Führungskräfte, Franken-Consulting, Krankenstand

Das kann ein Arbeitgeber tun, um seine Mitarbeiter zu motivieren

Die Klaviatur an Maßnahmen zur Optimierung der wechselseitigen Arbeitgeber-/Arbeitnehmerbeziehungen ist groß. Nachfolgend einige Beispiele:

  1. Geeignete Führungskräfte – viele Führungskräfte nehmen ihre Rolle wahr, ohne hierfür geeignet, geschweige denn ausgebildet zu sein. Dies treibt so manchen Mitarbeiter in die Krankheit.
  2. Moderne Führungsstrukturen – die meisten Organigramme in Unternehmen und Behörden sind einfach nicht mehr zeitgemäß. Moderne Führungsstrukturen arbeiten projektorientiert, kundennah und mit flachen Hierarchien.
  3. Motivierende und gesundheitsfördernde Arbeitsbedingungen – der Aufwand für eine Optimierung von Arbeitsplätzen ist zumeist relativ gering, wogegen der hieraus resultierende Nutzen für alle Beteiligten wie die Kunden, das Unternehmen und natürlich die Mitarbeiter riesig sein kann.
  4. Moderne Arbeitsverträge mit Incentives – kluge Belohnungssysteme, faires Feedback und gezielte Förderung sind Bausteine, um aus Angestellten wirkliche Verbündete zu machen.

 

Arbeitgeber sollten sich beraten lassen um zu erfahren, wie genau sie die Zustände in Ihren Unternehmen oder Behörden nachhaltig verbessern können, denn so wie eine Maschine ihren Dienst versagt, wenn sie nicht adäquat gepflegt wird, verhalten sich auch Menschen. Es ist natürlich verwerflich, einen Menschen nur als Ressource zu sehen, aber selbst, wenn man diesen Maßstab anlegen wollte, wäre eine gut motivierte „Ressource Mensch“ deutlich produktiver als ein schlecht geführter oder sogar (ungewollt) durch den Arbeitgeber krank gemachter Angestellter. Um den Trend der steigenden Fehlzeiten umzukehren sind Arbeitgeber gefordert, die Beziehungen zu Ihren Mitarbeitern zu überdenken und gegebenenfalls besser zu managen. Unternehmensberatung Strategie, Marketing, Vertrieb, Personalführung, Führungskräfte, Franken-Consulting, Krankenstand